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08.01.2017 | Dewezet / Carlhermann Schmitt Reporter
„Kaum noch ohne Rechtsbeistand“
Bürgermeister Blome kritisiert beim CDU-Neujahrsempfang mangelnde Unterstützung für das Ehrenamt
BAD PYRMONT. Wie in jedem Jahr gab es beim Neujahrsempfang der Bad Pyrmonter CDU wieder viel Lob für die ehrenamtlich Tätigen. Dabei kritisierte Bürgermeister Klaus Blome die mangelnde Unterstützung für das Ehrenamt.
Dirk Wöltje, Klaus Blome, Petra Joumaah und Michael Vietz (v.li.) stoßen beim Neujahrsempfang der CDU auf das neue Jahr an. Foto: yt
Wöltje wurde beim Empfang unterstützt von Christian Walter aus der Ratsfraktion. Der Fraktionsvorsitzende Udo Nacke ließ sich entschuldigen ebenso wie der Vorsitzende der Seniorenunion Werner Lange. Das erste Mal nicht mit dabei war auch Ursula Körtner, die in der Wahl zum Fraktionsvorsitz unterlegen war.

Bad Pyrmonts Bürgermeister Klaus Blome verließ in seiner Rede den Pfad der Unverbindlichkeit und appelliert an die Verantwortlichen, wobei er konkret auch die Landtagsabgeordnete Petra Joumaah und den Bundestagsabgeordneten Michael Vietz ansprach: „Schafft Voraussetzungen für ein angemessenes Arbeiten im Ehrenamt. Stellt denen, die sich engagieren und bemühen, wenigstens das Rüstzeug dafür zur Verfügung.“ Er kritisierte, dass an unsinnigen Stellen Geld verschleudert werde, dass die Taschen mancher immer voller würden, während gleichzeitig diejenigen, die sich selbstlos anderer anzunehmen bemühen, kaum mehr was bewegen können ohne Rechtsbeistand und Steuerberater.

Der Bürgermeister warnte davor, ehrenamtliches Engagement als Selbstverständlichkeit hinzunehmen und das damit und dadurch Geleistete einfach nur zu konsumieren. Während Blome dabei auch an die Bürger dachte, die das Funktionieren von Sport- oder Musikvereinen als gegeben voraussetzen, ist gerade auch der Staat der Nutznießer. Er konsumiert. Denn einige der wichtigsten Aufgaben der Gesellschaft werden einfach ans Ehrenamt ausgegliedert, wie die Freiwillige Feuerwehr.

Auch die Hospizarbeit ist dem Staat kaum mehr als ein Lob wert. Der Bad Pyrmonter Hospizverein hat gut 300 Mitglieder, von denen sich 59 als Sterbebegleiter engagieren. Die CDU gab der Vorsitzenden Annette Kleine-Gödde und der hauptamtlichen Koordinatorin Regina Stelter die Möglichkeit, den Verein vorzustellen. Sie berichtete von der Sterbebegleitung und der Trauerarbeit, die mit Hinterbliebenen geleistet wird, und von regelmäßigen Treffen. Regina Stelter erzählte von der Begleitung, von der Ausbildung und den Supervisionen der Aktiven. „90 Begleitungen haben wir im letzten Jahr absolviert“, betonte sie, wie wichtig diese Arbeit sei.

Der Empfang war nicht die große politische Bühne. „Das Gespräch an den Tischen soll heute im Vordergrund stehen“, befand Wölte, der zum Einstieg in seinen Bericht aus dem Stadtrat einen Euphemismus bemühte: „Das Parlament ist bunter geworden.“ Vertreter von acht Parteien und Wählergemeinschaften sitzen im Rat. Wöltje bedauerte, dass das Angebot der CDU, die auch reichlich Federn lassen musste, eine mehrheitsfähige Gruppe zu bilden, nicht angenommen wurde. „Es hat sich die Gruppe 17 gefunden. Aber wir wollen konstruktiv mitarbeiten und das in uns gesetzte Vertrauen mit größter Verantwortung ausführen.“

Kein Geld – dieses Thema beherrschte Wöltjes Bericht. „Mit Rekordausgaben von über 39 Millionen Euro produzieren wir in Bad Pyrmont ein Defizit von über 4 Millionen“, stellte er fest. Die Kosten für Kindergärten und Schule steigen gravierend und der Landkreis, der dafür eigentlich zahlen müsste, beteilige sich mit nur 13 Prozent daran. Trotzdem werde sich die CDU auch weiter für die Förderung der Vereine und Einrichtungen einsetzen. „Wir werden Kitas, Hort und Schulen attraktiv erhalten und das neue Gymnasium bauen“, so Wöltje. Und man stehe nach wie vor hinter der Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes.
aktualisiert von Anja Grages, 09.01.2017, 21:58 Uhr

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