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11.10.2016 | Pyrmonter Nachrichten / Juliane Lehmann
„Wollen eine andere Gesprächskultur pflegen“
Fraktionschef Udo Nacke über die mögliche Rolle der CDU in der Opposition
Die Sorge, möglicherweise bis zum Jahr 2021 auf der Oppositionsbank im Rat sitzen zu müssen, dürfte Bad Pyrmonts Christdemokraten am Abend des 11. September nicht so stark umgetrieben haben. Denn da war klar: Mit elf Mandatsträgern stellt die CDU die stärkste Fraktion im Stadtparlament. Doch vier Wochen später ist nun ebenso klar: Zur Ratsmehrheit wollen ihr weder die Sozialdemokraten noch „Wir für Pyrmont“ (WIR) verhelfen (wir berichteten). Daran änderte auch der kurzfristige Wechsel an der CDU-Fraktionsspitze nichts, mutmaßlich arrangiert von jenen, die mit einer Frontfrau Ursula Körtner die Felle davonschwimmen sahen.
„Wir müssen mit der uns zugedachten Rolle leben und versuchen, unsere Politik für Bad Pyrmont in Abstimmung mit den anderen auch umzusetzen.“ Udo Nacke CDU-Fraktionsvorsitzender
Und wie fühlt sich nun die Aussicht auf die Opposition an? Für den neuen Fraktionsvoritzenden Udo Nacke ist der Fall klar: „Wir müssen mit der uns zugedachten Rolle leben und versuchen, unsere Politik für Bad Pyrmont in Abstimmung mit den anderen auch umzusetzen.“ Als Beispiele nennt er den Bau eines Kreisels am Bahnhof, aber auch den Erhalt der Schulträgerschaft bei der Stadt und die Bewahrung städtischer Unternehmen in kommunaler Hand. „Unsere erste Option war, mit der SPD zusammenzugehen“, sagt Nacke. „Als stärkste Fraktion waren wir ja in der Pflicht, mit den anderen das Gespräch zu suchen.“ Dass aus einer Großen Koalition mit den Sozialdemokraten als Juniorpartner nichts würde, machte deren Fraktionsspitze dann aber beim gemeinsamen Sondierungstermin deutlich, wie Nacke bestätigt. „Frau Beckord hat das Votum ihrer Fraktion klar rübergebracht.“ Einen anderen Eindruck gewann Nacke indes nach eigener Aussage vom Treffen mit der WIR-Spitze. „Aus diesem Gespräch gingen wir mit dem Eindruck, dass dort eine Festlegung noch nicht erfolgt war“, schildert er. „Wir haben uns gut unterhalten“ und man habe einander versichert, die Gespräche fortsetzen zu wollen. Unabhängig davon, dass es dazu nun wohl nicht kommen wird, hat Nacke aus den Zusammenkünften eines mitgenommen: einen Eindruck konstruktiver Gespräche. Natürlich habe es hier wie dort Kernaussagen gegeben, „wo es nicht passt“. Bei den Treffen hätten alle Teilnehmer jedoch ihren Willen bekundet, in Sachthemen grundsätzlich zu einer konstruktiven Zusammenarbeit bereit zu sein. Nacke: „Wir wollen eine andere Gesprächskultur pflegen.“ Wie die anderen, so hat auch die CDU nicht das Gespräch mit der AfD gesucht. „Da sich die AfD im Wahlkampf nicht öffentlich kommunalpolitisch geäußert hat, sahen wir keine Basis für Sonderungsgespräche“, sagt Nacke dazu. Als das entscheidende Thema der nächsten fünf Jahre sieht der CDU-Fraktionschef die Haushaltskonsolidierung. „Unser Ziel war ja bis 2021 eine schwarze Null“, erinnert er. Deshalb behalte die CDU die Ausgabendisziplin der Stadt im Blick. Im Vorgriff auf das Ende der neuen Wahlperiode sagt Udo Nacke: „Da werden wir dann sehen, was in fünf Jahren davon geblieben ist.“
aktualisiert von Dirk Wöltje, 11.10.2016, 17:17 Uhr

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